Dieses Buch lässt sich wie ein Wörterbuch nutzen

Niemand liest ein Kochbuch von vorne bis hinten durch.

Dieses Buch lässt sich wie ein Wörterbuch nutzen


Niemand liest ein Kochbuch von vorne bis hinten durch. Man blättert durchs Inhaltsverzeichnis und überlegt, was man heute Abend mit dem kochen könnte, was im Kühlschrank steht, landet auf der einen Seite, die man braucht, liest sie und klappt das Buch wieder zu. Ein Lexikon funktioniert genauso. Niemand liest es von Anfang bis Ende. Man schlägt den Eintrag nach, der einen interessiert, öffnet ihn, und legt es wieder weg, sobald man hat, wofür man gekommen ist. Dieses Buch wurde so konzipiert, dass es genauso funktioniert.

In Reihenfolge lesen, oder irgendwo aufschlagen

Dieses Buch enthält über vierzig kurze Einträge. Jeder umfasst nur wenige Seiten — kurz genug, um ihn zu beenden, bevor der Kaffee kalt wird. Wichtiger noch: Jeder Eintrag steht vollständig für sich. Den vorherigen zu überspringen kostet nichts an Verständnis; den nächsten zu überspringen kostet nichts an Befriedigung. Wie Episoden einer Sitcom funktioniert jede Folge unabhängig, und zusammen ergeben sie eine stimmige Welt.

Es gibt also zwei Arten, dieses Buch zu lesen.

Erstens: durchgehend, von vorne nach hinten. So gelesen folgt das Buch einem natürlichen Bogen. Man lernt die Spielregeln der Immobilienwelt (Teil 0), eignet sich die Zahlen an, die ein Gebäude bepreisen wie ein Lebenslauf einen Menschen (Teil 1), sieht dabei zu, wie dieses Geld Grenzen überquert (Teil 2), begleitet ein einzelnes Gebäude durch sein Leben von der Errichtung über das Altern bis zum Verkauf (Teil 3), macht eine Bestandsaufnahme dessen, was gerade im Trend liegt (Teil 4), und kehrt schließlich zur Frage zurück: „Also — kann ich bei diesem Spiel überhaupt mitmachen?” (Teil 5). In dieser Reihenfolge gelesen liest es sich wie eine einzige durchgehende Geschichte.

Zweitens: wie ein Wörterbuch. Man schlägt das Inhaltsverzeichnis auf und liest nur den Eintrag, der einen gerade interessiert. Das Wort „REIT” in den Nachrichten gesehen und nicht ganz sicher, was es bedeutet? Zum REIT-Eintrag blättern. Ein Freund fragte: „Ich habe gehört, die Cap Rates sind gesunken — ist das gut oder schlecht?”, und man hatte keine sichere Antwort? Diesen einen Eintrag lesen, und beim nächsten Mal erklärt man es perfekt. Beim Warten auf die U-Bahn, fünf Minuten vor einem Meeting, auf der Toilette. Irgendeine Seite aufschlagen. Genau so wurde dieses Buch zur Nutzung gedacht.

Das Inhaltsverzeichnis ist ein Konzept-Index

Deshalb spielt das Inhaltsverzeichnis in diesem Buch eine leicht andere Rolle als sonst üblich. In den meisten Büchern ist das Inhaltsverzeichnis eine Landkarte, die vorschau, was kommt. In diesem funktioniert es eher wie ein Index. Der Titel jedes Eintrags enthält bereits, in Form einer Analogie, das Kernkonzept, das er behandelt: „Cap Rate = das Preisschild eines Gebäudes im Verhältnis zu seinem Gehalt”, „Abschreibung = ein Gebäude, das nur auf dem Papier altert”, „REIT = ein Metzger, der ein Gebäude in Scheiben schneidet und stückweise verkauft”. Überfliegt man nur die Titel, kann man schon erraten, welche Immobilienkonzepte dieses Buch behandelt — und mit welchem Bild es jedes davon erklären wird.

Also ruhig die Inhaltsseite mit Eselsohren versehen oder ein Foto davon machen. Wann immer man denkt „Moment, was war noch mal dieses Konzept”, zurück zu dieser Seite kommen, und man findet den benötigten Eintrag in Sekunden. Das Glossar am Ende erfüllt denselben Zweck — Konzepte sind unter ihren englischen Fachbegriffen aufgeführt und querverwiesen, sodass man auf beide Arten nachschlagen kann.

Warum es so aufgebaut wurde

An Büchern über Immobilien mangelt es nicht. Aber die meisten fallen in eines von zwei Lagern: Schnellreich-Bücher, die versprechen, man könne schon morgen mit dem Geldverdienen anfangen, oder dichte Lehrbücher, die nur Sinn ergeben, wenn man sie von Deckel zu Deckel liest. Dazwischen klaffte ein leerer Platz — für Menschen mit vager Neugier auf Immobilien, aber weder der Zeit noch der Lust, sich mit ein paar Hundert Seiten hinzusetzen.

Dieses Buch zielt auf diesen leeren Platz. Es zu Ende zu lesen ist nicht das Ziel. Es gibt nur ein Ziel: dass Immobilien-Schlagzeilen nach der Lektüre — ob von Deckel zu Deckel oder nur ein paar ausgesuchte Einträge — anders klingen als vorher. Dass beim Anblick einer Meldung über steigende Zinsen der erste Reflex ist zu denken: „Ah, das verändert, wie das Preisschild eines Gebäudes berechnet wird.”

Also keinen Druck aufbauen — irgendeine beliebige Seite aufschlagen. Ab dem nächsten Eintrag beginnt dieses Buch damit, einen Gedanken zu pflanzen: dass man Immobilien am besten als Spiel versteht.


Spielregel — Dieses Buch ist dafür gebaut, nach Bedarf gelesen zu werden, nicht der Reihe nach. Das Inhaltsverzeichnis als Index nutzen und aufschlagen, welche Seite auch immer gerade neugierig macht, wann immer die Neugier kommt. Das Ziel hier ist nicht Vollständigkeit. Es ist Urteilsvermögen.